So langsam steht die Urlaubs- und Reisezeit vor der Tür und ein Smartphone, iPad oder Notebook gehört immer häufiger zum Reisegepäck. So können Urlaubsbilder direkt auf Facebook geladen, ein nahegelegenes Restaurant gefunden oder der nächste Ausflug über Google Maps geplant werden. Kurz gesagt, Internet wird auch im Urlaub immer wichtiger. Doch wie steht es um die Kosten, die durch die mobile Internet Nutzung im Ausland - auch Datenroaming genannt - entstehen können?
Mobil Surfen im EU-Ausland
Die EU versucht bereits seit 2009 durch Regulierungsmaßnahmen, dass die Handyrechnungen nach dem Urlaub nicht für eine böse Überraschung sorgen. Doch nachdem die maximalen Kosten für Anrufe und SMS schon sehr gut eingedämmt wurden, kam erst 2010 die Kostenbremse für mobiles Internet von maximal 59,50 Euro pro Monat. Allerdings blieb den Anbietern immer noch freier Spielraum bei der Preisgestaltung pro übertragenes Megabyte (MB).
Doch zum Glück blieb es nicht dabei. Seit 2010 werden von den großen Anbietern auch immer mehr Surfoptionen fürs EU-Ausland angeboten. Diese Optionen gelten dann etwa für einen Tag, eine Woche oder einen Monat. Neben der zeitlichen Beschränkung ist bei allen Optionen das Datenvolumen limitiert. Das bewegt sich meistens zwischen 10 MB und 100 MB, abhängig von Anbieter und Option. So können die Kosten bei Nutzung einer Auslandsoption sogar auf unter 10 Cent pro Megabyte (MB) fallen, wenn das Datenvolumen vollständig ausgenutzt wird.
Unabhängig von solchen Auslandsoptionen werden ab diesem Jahr die Kosten pro Megabyte für Datenroaming in der EU reguliert. Davon profitieren all diejenigen, die ohne Auslandsoption surfen, oder deren Anbieter keine entsprechende Option anbietet. Die Regulierung sieht Preissenkungen in drei Schritten vor, die von 2012 bis 2014 jeweils ab dem 1. Juli umgesetzt werden. Die Preisregulierung inklusive deutscher Mehrwertsteuer sieht wie folgt aus:
- Ab 1. Juli 2012: 0,83 € pro MB
- Ab 1. Juli 2013: 0,54 € pro MB
- Ab 1. Juli 2014: 0,24 € pro MB
Auch wenn 0,83 € pro MB in diesem Jahr noch kein Schnäppchen sind, bis zum 30. Juni können in der EU immer noch mehrere Euros pro übertragenes Megabyte anfallen. Es ist also definitiv ein guter Schritt, den die EU mit der Datenroaming Regulierung einschlägt. Spätestens in zwei Jahren, wenn maximal 24 Cent pro MB dem Nutzer berechnet werden dürfen, kann von einigermaßen fairen Preisen für mobiles Internet im Ausland gesprochen werden.
Datenroaming außerhalb der EU
Das große Problem ist: Die Regulierung der EU gilt leider nur für die Länder, die auch innerhalb der EU sind. Wenn Sie Urlaub in Asien, USA oder anderen Ländern der Welt machen, dann müssen Sie weiterhin mit horrenden Kosten rechnen. In diesen Ländern der Welt fallen nach wie vor 10-20 Euro pro Megabyte an. Zum Glück gilt ab 1. Juli 2012 die Kostenobergrenze von 59,50 Euro aber auch für alle Datenverbindungen weltweit!
Fazit:
Mobiles Internet im Ausland wird auch diesen Sommer nicht wirklich günstig. Wir empfehlen in jedem Fall die Nutzung einer Auslands-Surfoption, falls anbieterseitig verfügbar. Dennoch sollte die Nutzung wegen des begrenzten Datenvolumens dieser Optionen auf ein Minimum beschränkt werden. So gilt es Downloads und Video-Streams in jedem Fall zu vermeiden. Wenn Sie außerhalb der EU Urlaub machen, sollten Sie am besten keinen deutschen Mobilfunktarif nutzen. Bei längerem Aufenthalt oder regelmäßigem Urlaub im selben Land empfehlen wir ohnehin einen Prepaid Datentarif vor Ort zu kaufen!